Studierendenauswahl: Wie erkennt man gute zukünftige Juristen?


„Talent lässt sich nicht allein an der Abi-Note messen“

Davon ist die Bucerius Law School überzeugt. Deshalb gibt es für die Studienplatzvergabe keinen Numerus Clausus und es erfolgt auch keine Vorauswahl der Bewerberinnen und Bewerber nach der Abitur-Durchschnittsnote. Stattdessen werden alle Bewerberinnen und Bewerber, die die Grundvoraussetzungen für eine Zulassung erfüllen, zum Auswahlverfahren eingeladen. Das Verfahren besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.[1]

Das schriftliche Auswahlverfahren besteht aus der Abiturdurchschnittsnote und einem von der ITB Consulting entwickelten fachspezifischen Studierfähigkeitstest. Der Test prüft intellektuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für ein erfolgreiches Jurastudium wichtig sind. Dazu gehören insbesondere analytisches und logisches Denken, der Umgang mit verschiedenartigen, komplexen Informationen und sprachliche Genauigkeit. Beispielsweise müssen die Bewerberinnen und Bewerber Rechtsnormen auf konkrete Lebenssachverhalte anwenden oder einen Satz von Informationen auf seine logische Struktur hin untersuchen.

Doch ist ein solches Auswahlverfahren besser als eine Auswahl nur über die Abiturnote? Um diese Frage zu beantworten, wurde in einer Studie überprüft, wie gut das schriftliche Auswahlverfahren die spätere Studienleistung vorhersagt.[2]

Die Vorhersage der Studienleistung wird durch die Hinzunahme des Auswahltests verbessert

Für die Studie wurden die Daten von 579 Absolventinnen und Absolventen der Bucerius Law School untersucht, die am Auswahlverfahren teilgenommen und einige Jahre später ihr Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen hatten. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Test aus fünf Subtests:

  • Schlussfolgerungen
  • Diagramme und Tabellen
  • Indizien
  • Fälle und Normen
  • Oberbegriffe

Sowohl die Abiturnote als auch der Auswahltest sagen die Studienleistung gut vorher. Besonders relevant für die Bucerius Law School war, dass die Kombination von Auswahltest und Abiturnote besser den Studienerfolg vorhersagt als die Abiturnote alleine.

Fachspezifische und komplexe Subtests sagen Studienleistung besonders gut vorher

Die verschiedenen Subtests sagen die Studienleistung unterschiedlich gut vorher: Den größten Beitrag zur Vorhersage der Studienleistung haben die Subtests Indizien sowie Fälle und Normen. Interessanterweise unterscheiden sich diese beiden Subtests von den anderen drei Subtests in Bezug auf zwei Aspekte:

  • Fachbezug, d.h. die beiden Aufgaben sind inhaltlich in den fachlichen Kontext des Studienfachs gebettet. Beim Subtest Indizien zum Beispiel werden konkrete Fälle (Zeugenaussagen o.ä.) dargestellt und die Bewerber müssen prüfen, ob sich daraus bestimmte Informationen logisch ableiten lassen. 
  • Komplexität, d.h. zur Lösung der Aufgaben werden mehrere Fähigkeiten benötigt. Zur Beantwortung der Aufgaben des Subtests Indizien beispielsweise wird eine Kombination aus Abstraktionsfähigkeit, logisch-analytischem Denken und der Fähigkeit, komplexe Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren, benötigt.

Es handelt sich bei solchen Aufgabenformaten um Miniatursimulationen von Situationen, die typisch für das Studienfach sind: Die Anforderungen sind damit deutlich repräsentativer für die komplexen Anforderungen des Studiums als beispielsweise abstrakte Aufgabenformate wie sie in klassischen Intelligenztests verwendet werden. Bei den beiden Subtests Fälle und Normen sowie Indizien werden zwei besonders wichtige Aspekte des juristischen Denkens verlangt: Logisches Schlussfolgern sowie das Unterordnen eines Sachverhalts unter die Voraussetzungen einer Norm, auch als „Subsumtion“ bezeichnet.

Sicher ist ein guter Studienabschluss noch keine Garantie dafür, dass man später ein guter Jurist wird. Aber eine gute Abschlussnote ist für viele Arbeitgeber eine wichtige Voraussetzung für juristische Spitzenpositionen. Somit lässt sich die Frage, woran man einen guten späteren Juristen erkennt, vielleicht so beantworten: Wer sehr gut in der Schule ist und schon zum Zeitpunkt des Abiturs wichtige Aspekte des juristischen Denkens beherrscht wie das logische Schlussfolgern und das Subsumieren, der hat gute Chancen, später einmal ein erfolgreicher Jurist zu werden.        

Anmerkung: Im Anschluss an die durchgeführte Studie wurde der Auswahltest modifiziert: Die Subtests Oberbegriffe sowie Schlussfolgerungen wurden entfernt, stattdessen wurde als neuer Subtest Sprachstile aufgenommen.


Quellen:

[1] https://www.law-school.de/jurastudium/bewerbung/auswahlverfahren

[2] Bergholz, L. & Stegt, S. J. (2018). Validität und Fairness eines Studierfähigkeitstests für Rechtswissenschaften. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 13(4), 57-79.

Links:

Mehr Informationen zu Studierfähigkeitstests von ITB Consulting: https://itb-academic-tests.org

Wie überprüfen Hochschulen die Studieneignung von Bewerber/innen?

Mangelnde Vergleichbarkeit von Noten und hohe Abbrecherquoten

Aufgrund der mangelnden Vergleichbarkeit von Abitur- und Bachelornoten stehen Hochschulen in Deutschland zunehmend vor der Herausforderung, die geeignetsten Bewerber/innen für ihre Studiengänge zu identifizieren. Auch Stipendienorganisationen stehen vor dieser Herausforderung bei der Beurteilung ihrer Stipendienbewerber/innen. Viele Studiengänge, z. B. Ingenieurwissenschaften, verzeichnen darüber hinaus eine hohe Abbrecherquote.

Fachspezifische Studierfähigkeitstests als ökonomische Lösung

Fachspezifische Studierfähigkeitstests ermöglichen eine Vorhersage des Studienerfolgs. Sie helfen, geeignete Bewerber/innen zu identifizieren und Abbrecherquoten zu senken. Sie können zu Auswahlzwecken verwendet werden oder im Rahmen von Self-Assessments, mit denen Studieninteressierte frühzeitig die Anforderungen ihres Wunsch-Studiums kennenlernen.

Bundesverfassungsgericht stärkt die Bedeutung von Tests

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19.12.2017 zur Vergabe knapper Studienplätze stärkt die Bedeutung von Studierfähigkeitstests: In den Leitsätzen des Urteils werden eine Orientierung am Kriterium der Eignung und die Verwendung weiterer Auswahlkriterien, die strukturiert und standardisiert sein sollen, neben den Noten der Hochschulzugangsberechtigung gefordert. Die fachspezifischen Studierfähigkeitstests von ITB erfüllen diese Forderungen in besonderem Maße.

Das neue Portal itb-academic-tests.org bietet einen umfassenden Überblick über Studierfähigkeitstests der ITB Consulting zu allen Studienrichtungen.

Vorteile der Studierfähigkeitstests von ITB

  • Gute Erfolgsprognose – die Tests sagen den Studienerfolg gut vorher
  • Geringe Trainierbarkeit – der Erfolg im Test ist unabhängig davon, wie viel Geld und Zeit in die Vorbereitung investiert werden
  • Hohe Rechtssicherheit – die Testverfahren erfüllen die aktuellen gesetzlichen Anforderungen der Bundesländer und die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts
  • Hoher Anforderungsbezug – die fachspezifischen Tests sind inhaltlich in das jeweilige Studienfeld eingebettet

ITB bietet Testverfahren nach dem Full-Service-Modell an, bei dem kein Aufwand für die Hochschulen anfällt. Außerdem bietet ITB alle Dienstleistungen rund um die Durchführung von Tests an – von Druck, Logistik und Auswertungen bei Paper/Pencil-Verfahren über die komplette Online-Durchführung unter Aufsicht in den ITB-Testzentren bis hin zu wissenschaftlicher Begleitforschung und Evaluation.

ITB entwickelt Eignungstests nach psychologischen Standards

ITB ist Mitglied in der International Test Commission (ITC) und entwickelt Tests nach aktuellen wissenschaftlichen Standards, u.a. nach der DIN 33430. Alle Testentwickler von ITB verfügen über einen Hochschulabschluss in Psychologie (Diplom oder Master), langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Evaluierung von Tests und eine Lizenzierung nach der DIN 33430. Die Testkonzepte und -aufgaben werden kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. Unterstützt wird ITB von einem wissenschaftlichen Beirat mit drei namhaften Professoren der Psychologie: Professor Francis Preckel (Trier), Professor André Beauducel (Bonn) und Professor Martin Kersting (Gießen).

 

Kontakt: Dr. Stephan Stegt, stephan.stegt@itb-consulting.de

Auswahl von Geflüchteten für die Studienstiftung des deutschen Volkes

Die Studienstiftung des deutschen Volkes fördert Studierende, deren Begabung und Persönlichkeit besondere Leistungen erwarten lassen. Seit 2010 haben begabte Studierende neben einem Vorschlagssystem die Möglichkeit, sich mit der Teilnahme an einem Auswahltest selbst für ein Stipendium zu bewerben. Dieser Auswahltest wird von der ITB Consulting entwickelt und durchgeführt. Auch in diesem Jahr nahmen im März wieder mehr als 1 000 Studierende diese Chance wahr.

Diese Selbstbewerbung mit Auswahltest stellt für Studierende mit Fluchthintergrund eine besondere Schwierigkeit dar, da diese in der Regel deutlich geringere Kenntnisse der deutschen Sprache haben als die bisherigen Bewerberinnen und Bewerber, deren Erstsprache meist Deutsch ist.

Neuer Zugangsweg für Geflüchtete

Seit diesem Jahr bietet die Studienstiftung des deutschen Volkes begabten Studierenden mit Fluchthintergrund daher einen neuen Zugangsweg an: Studierende, die sich mit sehr guten Leistungen im von ITB entwickelten TestAS für Flüchtlinge oder im INTEGRA-Programm des DAAD ausgezeichnet haben, werden zu einem Auswahlseminar eingeladen. Im Rahmen dieses Auswahlseminars bearbeiten sie eine modifizierte Version des Auswahltests. Die modifizierte Version wird ebenfalls von der ITB Consulting entwickelt und beinhaltet eine verlängerte Version der sprachfreien Aufgabengruppe „Erschließen von Regeln“ des Auswahltests. Dadurch wird ein Vergleich der kognitiven Fähigkeiten der Bewerber mit Fluchthintergrund mit den Bewerbern möglich, die regulär am Auswahltest teilgenommen haben.

Die Erfahrungen mit den ersten Auswahlseminaren im April und Mai haben gezeigt, dass der Auswahltest gut geeignet ist, um die kognitiven Fähigkeiten der Bewerber mit Fluchthintergrund zu messen.

Selbstbewerbung mit Auswahltest

Der Auswahltest besteht aus fünf verschiedenen Aufgabengruppen und prüft numerische, verbale und figurale Fähigkeiten, die für ein erfolgreiches Studium wichtig sind. Teilnehmen können Studierende im ersten Studienjahr. Die Testbesten werden von der Studienstiftung jeweils zu einem Auswahlseminar eingeladen. Jährlich nehmen jeweils gut 1 000 Bewerber am Auswahltest teil. Durchgeführt wird der Test als Online-Test im deutschlandweiten Testzentrennetz der ITB Consulting.

TestAS für Flüchtlinge

Der Test für ausländische Studierende (TestAS)* wird von der ITB Consulting GmbH in Kooperation mit dem TestDaF-Institut entwickelt. Er bietet ausländischen Bewerber/innen (Bildungsausländern) für einen Studienplatz in Deutschland die Möglichkeiten, mit dem Testergebnis die Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen und die Eignung zu überprüfen.

Seit 2016 gibt es den TestAS für Flüchtlinge, der bundesweit auf Deutsch, Englisch oder Arabisch abgelegt werden kann. Alle anerkannten Flüchtlinge können kostenlos am TestAS teilnehmen.

Links

* Der TestAS ist ein Angebot der Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung e. V. (g.a.s.t.). Der TestAS wird entwickelt von der ITB Consulting GmbH, Bonn. Die weltweite Organisation des TestAS liegt beim TestDaF-Institut, Bochum. Der TestAS wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Studienstiftung und ITB – unsere gemeinsame Vergangenheit

Wofür steht ITB eigentlich? Diese Frage bekommen wir häufig von Kunden gestellt. ITB steht für Institut für Test- und Begabungsforschung und wurde 1971 von der Studienstiftung des deutschen Volkes gegründet. Aufgabe des Instituts war die empirische Bildungs- und Hochbegabungsforschung.

Neben den Tests für die Studienstiftung entwickelte ITB dann bald auch weitere Testverfahren für Hochschulen im In- und Ausland (z.B. den Mediziner-Test oder den Zulassungstest für die Universität St. Gallen). Ab Mitte der 1980er Jahre bekam ITB zunehmend Anfragen aus der Wirtschaft. 1992 wurde die eigenständige ITB Institut für Test- und Begabungsforschung GmbH gegründet und 2000 wurde der Name in ITB Consulting GmbH geändert.

Auch heute noch entwickelt die ITB Consulting zahlreiche allgemeine und spezifische Fähigkeitstests, sowohl für Hochschulen als auch für Unternehmen. Zudem konzipiert sie Programme und Verfahren zur betrieblichen Personalauswahl, -beurteilung und -entwicklung wie Assessment Center, Development Center oder Trainings für Auftraggeber aus dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich.

Seit 2010 nutzt die Studienstiftung wieder einen von der ITB Consulting entwickelten Auswahltest, mit dem sich Studierende selbst auf ein Stipendium bewerben können. Bewerben können sich Erst- und Vollzeitstudierende im 1. oder 2. Studiensemester. Mehr Informationen und Anmeldung zum Test hier.

Mehr zur Historie von ITB hier.

Mehr zu den Produkten von ITB hier.

Die Studienstiftung feierte im letzten Jahr übrigens ihren 90. Gründungstag. Auf ihrer Webseite gibt’s eine spannende Zusammenstellung der Profile von 90 ganz verschiedenen ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten, die die Studienstiftung in dieser Zeit gefördert hat: 90 Jahre, 90 Köpfe

ITB entwickelt Deltaprüfung

In vielen Bundesländern starten bald wieder die zentralen Abiturprüfungen. All diejenigen, die diese Prüfungen erfolgreich absolvieren, erlangen das Abitur. Das Abitur ist der höchste deutsche Schulabschluss und wird auch als allgemeine Hochschulreife bezeichnet. Es berechtigt zum Studium an allen Formen von Hochschulen. Auch ohne allgemeine Hochschulreife kann man studieren, doch häufig ist der Zugang zu Hochschulen eingeschränkt, beispielsweise auf Fachhochschulen (Fachhochschulreife) oder bestimmte Fächer (fachgebunde Hochschulreife). Wer über eine solche Hochschulreife verfügt und mit dieser nicht seinen Studienwunsch realisieren kann, muss die Lücke (das „Delta“) zwischen Schulabschluss und Studienwunsch schließen. Die Universitäten und Pädagogischen Hochschulen des Landes Baden-Württemberg eröffnen Studieninteressierten mit Fachochschulreife und fachgebundener Hochschulreife ab diesem Jahr die Möglichkeit, ihre Zugangsberechtigung durch eine erfolgreiche Teilnahme an der sogenannten „Deltaprüfung“ zu erweitern. Die Deltaprüfung wird von ITB entwickelt und von der Universität Mannheim erstmals am 23. Mai 2015 durchgeführt. Bei der Entwicklung der Deltaprüfung hat ITB sich an Aufgabenformaten und -konzepten orientiert, die sich in anderen ITB-Tests bewährt haben (z.B. Auswahltest der Studienstiftung, TestAS, TMS, TM-WISO).

Nähere Informationen zur Deltaprüfung finden Sie unter deltapruefung.uni-mannheim.de.

Weitere Informationen zu ITB-Tests finden Sie unter itb-consulting.de/de/hochschulvertreter/tests-und-projekte.

Erfahrungsbericht einer TMS-Teilnehmerin

Ca. 15 000 Schülerinnen und Schüler nehmen am 10. Mai 2014 am Test für medizinische Studiengänge (TMS) teil. Neben dem Vorbereitungsportal (www.medizinertest-vorbereitung.de) bietet ITB allen Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über die Facebook-Seite www.facebook.com/Medizinertest auszutauschen und dem TMS-Team Fragen zu stellen.

Wertvolle Tipps liefert zudem der Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin aus dem vergangenen Jahr: Ann-Kathrin schildert in ihrem Tagebuch oft lustig, häufig auch sehr emotional und offen wie sie sich neben ihrer Ausbildung zur Krankenpflegerin auf den Medizinertest vorbereitet, um ihren Traum vom Medizinstudium zu verwirklichen. Die Schlauchfiguren stellen eine besonders große Herausforderung für sie dar: “Schlauchfiguren! Ich habe nachts schon Albträume davon und nenne sie liebevoll 3D-Würmer. Ja, die Dinger bringen mich wirklich noch um den Verstand.”

Ihren “Leidensgenossen” gibt Ann-Kathrin viele praktische Tipps mit auf den Weg, z.B. “Während dem Lesen unterstreiche ich ein paar Schlüsselwörter, damit ich notfalls bestimmte Passagen schnell wieder finde zum Nachschauen.” oder “Benutzt einen leeren Zettel, auf dem ihr euch ein paar Notizen während der Bearbeitung machen könnt (beim TMS könnt ihr ja dann den Original-Zettel dafür nutzen).”

So fiebert selbst der Leser, der nicht am TMS teilnimmt, mit Ann-Kathrin mit, wenn sie sich über Erfolgserlebnisse bei der Vorbereitung freut oder wenn sie sich Sorgen macht, im Test kein gutes Ergebnis erzielen zu können: “So langsam aber sicher bekomme ich aber wirklich kalte Füße vor dem Test. Während der Vorbereitung denke ich oft, dass ich es niemals schaffe ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. Zwischendurch überfallen mich immer mal wieder leichte Panikattacken, denn es geht ihr ja schließlich um MEINEN Studienplatz…”

Teilnehmerin Ann-Kathrin berichtet in ihrem Tagebuch von ihren Erfahrungen bei der Vorbereitung auf den TMS

Teilnehmerin Ann-Kathrin berichtet in ihrem Tagebuch von ihren Erfahrungen bei der Vorbereitung auf den TMS

Veränderungsbereitschaft abhängig von Passung zwischen Unternehmen und Mitarbeiter

Nach den letzten Beiträgen und Kommentaren habe ich noch einmal weiter über die Rahmenbedingungen nachgedacht, die das Unternehmen schaffen muss, damit seine Mitarbeiter ihre Veränderungskompetenz entfalten können. Denn was passiert beispielsweise, wenn eine veränderungskompetente Führungskraft in einem Unternehmen neu eingestellt wird um Veränderungen durchzuführen und dieses Unternehmen auch eine veränderungsaffine Unternehmenskultur hat  – diese Kultur aber für die neue Führungskraft ganz ungewohnt ist? Schließlich können Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter die nötigen Rahmenbedingungen für Veränderungen schaffen, dennoch unterschiedliche Rahmenbedingungen haben (z.B. flache vs. steile Hierarchie, kurze vs. lange Entscheidungswege etc.). Die veränderungskompetente Führungskraft sollte zwar in der Lage sein, sich an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Dies sollte ihr aber durch das Unternehmen erleichtert werden. So sollten die Rahmenbedingungen bereits während Interviews im Rahmen des Auswahlverfahren dargestellt werden und mit dem bisher gewohnten abgeglichen werden. Die hier aufgedeckten Unterschiede sollten bei der Einarbeitung der Führungskraft besonders berücksichtigt werden. Ebenso kann die lernende Organisation natürlich von den Erfahrungen und anderen Blickwinkeln der neuen Führungskraft profitieren.

Ein innovatives Unternehmen braucht aktive Mitgestalter auf Mitarbeiterseite

Du hast natürlich recht, Alex: ohne das passende Umfeld von der Unternehmensseite können auch die veränderungskompetentesten Mitarbeiter keine Veränderungen mittragen. Wenn aber auf Unternehmensseite alles passt, frage ich mich, ob neben der Fähigkeit und der Bereitschaft, sich an neue Situationen anzupassen, auf Mitarbeiterseite nicht noch mehr betrachtet werden müsste. Denn wie du, Lioba, bereits in deinem ersten Beitrag hervorgehoben hast, schließt Veränderungskompetenz auch die Fähigkeit, Veränderungsbedarf zu erkennen, Veränderungen anzustoßen und andere für diese Veränderungen zu begeistern, mit ein. Die Diagnostik dieser Aspekte der Veränderungskompetenz finde ich mit am schwierigsten. Natürlich braucht es auch hier die nötigen kognitiven Voraussetzungen, um überhaupt ein “Problem” zu entdecken, wo bisher niemand ein Problem gesehen hat sowie Motivation, Initiative oder Kreativität, um auch unkonventionelle Problemlösungen zu entwickeln. Doch um herauszufinden, ob jemand Veränderungen tatsächlich selbst anstößt, sollte man wohl auf Interviews setzen, in denen man nach bereits initiierten Veränderungen fragt – wie auch von dir schon angedeutet, Katharina. Ebenfalls möglich wären Assessment Center, in denen die Kandidaten in Fallstudien Veränderungsbedarfe identifizieren und anschließend konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten.

Wie kann man Veränderungskompetenz erfassen?

In den vorangehenden Beiträgen wurde bereits sehr viel über Veränderungskompetenz und deren zunehmende Bedeutung für Unternehmen in der heutigen Zeit diskutiert. Die Fähigkeit und Bereitschaft der Mitarbeiter, Veränderungen mitzutragen, zu unterstützen oder sogar selbst voranzutreiben ist meiner Meinung nach ebenfalls eine sehr wichtige Komponente des Veränderungsmanagements.

Doch wie erfasst man die Veränderungskompetenz von (potentiellen) Mitarbeitern? Eine sehr wichtige Rolle bei der Veränderungskompetenz spielt meiner Ansicht nach die Fähigkeit zum Transfer von Kompetenzen, Qualifikationen und Wissen auf unterschiedliche Situationen. Kognitiv leistungsfähige Mitarbeiter bringen eine wichtige Voraussetzung mit, die es ihnen ermöglicht, in Veränderungssituationen erfolgreich zu agieren. Eine sehr gute Möglichkeit, kognitive Fähigkeiten zu erfassen bieten Leistungstests. Hier bietet ITB Consulting zahlreiche Verfahren an. So lässt sich z.B. mit dem ITB-ICOS Intellectual Competence Screening die analytische Kompetenz von Bewerbern innerhalb von nur 20 Minuten messen. Das heißt jedoch nicht, dass Mitarbeiter mit stark ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten in jedem Fall veränderungskompetent sind. Mindestens genauso wichtig wie die kognitiven Fähigkeiten ist denke ich auch die Bereitschaft, sich an neue Situationen anzupassen. Dabei sind Persönlichkeitseigenschaften wie Aufgeschlossenheit, Belastbarkeit in unklaren Situationen oder Leistungsstreben sehr wichtig. Auch hier bietet ITB ein sehr schönes Produkt an: Das ITB-PESA Personality Structure Assessment.

Mehr Informationen zu unseren Leistungs- und Persönlichkeitstests: http://itb-consulting.de/de/produkte/personalauswahl/bereich-c/leistungs-und-persoenlichkeitstests/

Beispielaufgaben des ITB-ICOS und ITB-PESA gibt’s im Demoportal : http://www.itb-consulting.de/iona-portal

Bergholz formell