Fairer Zugang zum Studienplatz für alle

Bewährte Studierfähigkeitstests könnten zukünftig die gerechte NC-Alternative sein

Gastbeitrag von Nadine Wuchenauer

Unzufriedenheit und Ärger von Studienplatzanwärtern könnten nun ein Ende haben. Der häufig als überholt und unfair betitelte Numerus Clausus wurde 2017 vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt — nun müssen neue Verfahren her. Experten in diesem Gebiet möchten nun bessere Lösungen für angehende Studierende anbieten. Durch bewährte Studierfähigkeitstests sollen zukünftig die richtigen Bewerber ausgewählt werden.

Wer in Deutschland Medizin studieren möchte und keine Abiturnote hat, die besser als 1,3 ist, hat schlechte Chancen. Manche Studienplatzanwärter warten bis zu 10 Jahre, um ihren Traum, das Medizinstudium, verwirklichen zu können. Viele Studienanwärter und Studienanwärterinnen empfinden dies als ungerecht — schließlich würden sie ja keine schlechteren Ärzte, nur weil sie während der Schulzeit in Kunst oder Gesellschaftslehre nicht alle Anforderungen für die Bestnote erfüllen konnten. Und überhaupt, braucht ein Arzt ein Einser-Abitur? Laut einer Umfrage des BR unterstützen über 75 % der Befragten dies nicht. Sie empfinden den Numerus Clausus — der hauptsächlich von der Abiturnote abgeleitet wird und in den meisten Fällen das ausschlaggebende Kriterium für den Zugang zum Studienplatz ist — für das Fach Medizin als nicht mehr sinnvoll. „Wer Arzt werden will, braucht beides: Herz und Hirn“, kommentiert ein Befragter unter dem Artikel zur Umfrage. Viele Studierende wünschen sich bundesweit übergreifende und gerecht geregelte Zugangsmöglichkeiten – und das nicht nur für das Fach Medizin. Fachspezifische Studierfähigkeitstests können hier die Lösung sein.

Auch für bisher weniger beachtete Studienfächer, wie Medienwissenschaften, gilt etwas ähnliches. Für diesen Studiengang an der Universität Bonn gehen beispielsweise jährlich circa 1000 Bewerbungen ein. Letztendlich zugelassen werden nur die 40 besten – der NC lag zuletzt bei 1,6. „Nach einem Jahr sitzen in den Vorlesungen nur noch um die 25 angehende Medienwissenschaftler. Ich bin mir sicher, dass auch hohe Abbruchquoten vermieden werden könnten, wenn die Personen den Studienplatz erhalten, die wirklich Interesse am jeweiligen Fach haben und nicht nur ein gutes Abitur!“, kommentiert Luisa, Studentin im vierten Fachsemester Medienwissenschaften.

In Deutschland werden die allermeisten Studienplätze jedoch nach wie vor nach dem Numerus Clausus vergeben, einem Richtwert, der sich aus Wartesemestern und Abiturnote zusammensetzt. Selbstverständlich fließen in eine Abiturnote oft Noten aus Fächern ein, die keinen Bezug zum angestrebten Studium und damit zum späteren Beruf aufweisen. Trotzdem können sie manchen jungen Menschen die Chance auf den gewünschten Studienplatz verwehren. Vergleichsweise wenige Hochschulen und Universitäten nutzen Studierfähigkeitstests, obwohl diese es ermöglichen, Studienbewerber nach ihren tatsächlich benötigten Kompetenzen einzustufen.

Die Firma ITB Consulting möchte eine Lösung für dieses Problem bieten – und hat damit schon früh begonnen. Das Bonner Unternehmen entwickelt seit fast 50 Jahren fachspezifische Studierfähigkeitstests. Angefangen hat alles 1972 als Institut für Test- und Begabungsforschung. Der erste Studierfähigkeitstest war der TMS, im allgemeinen Sprachgebrauch als „der Medizinertest“ bekannt. Sie waren damit die ersten, die versucht haben, Bewerbern gerechtere Einstiege in das Medizinstudium zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen in Kooperation mit vielen Universitäten und Organisationen – wie der Bundesagentur für Arbeit oder dem Deutschen Akademischen Austauschdienst – Tests für verschiedene Fachbereiche entwickeln.

Arvid Hofmann, Psychologe und Testentwickler bei der ITB Consulting GmbH, erklärt: „Fachspezifische Studierfähigkeitstests, die speziell auf die Anforderungen und Inhalte eines Studiums in einer bestimmten Fachrichtung zugeschnitten sind, ermöglichen genau denjenigen, eigentlich passenden Studierenden, die bei alleiniger Verwendung der Abiturnote keinen Studienplatz erhalten würden, ein Studium, das ihre Interessen trifft, sie motiviert und den Weg in eine persönlich erfolgreiche Zukunft ebnet. Die hohe Prognosekraft unserer Tests wurde in zahlreichen Evaluationsstudien unter Beweis gestellt.“

Die Forderung nach gerechteren Auswahlverfahren für Studienplätze wurde in den letzten Jahren immer lauter. Ende 2017 stand der Numerus Clausus für Medizin dann vor Gericht. Das Bundesverfassungsgericht erklärte im Dezember, dass dieser gegen das Grundgesetz verstößt und das Recht auf freie Berufswahl verletzt. Womöglich lässt sich dieser Verstoß auch auf viele andere Studiengänge übertragen. Aktuell wird diskutiert, wie in Deutschland für bessere und aussagekräftigere Auswahlverfahren gesorgt werden kann.

„Bei uns arbeiten tagtäglich zehn Psychologen und Psychologinnen daran, neue Aufgaben für die verschiedensten Fachbereiche zu entwickeln. Uns ist es wichtig, dass ein Test genau das prüft, was später auch im Studium gebraucht wird – objektiv und gerecht. Aus jahrelanger Erfahrung wissen wir, worauf es dabei ankommt. Die Entwicklung erfolgt dabei stets nach den wissenschaftlichen Standards der Eignungsdiagnostik und gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen.“, erklärt Dr. Stephan Stegt, Diplom-Psychologe und Gesellschafter bei der ITB Consulting.

Bei der Frage, wer die zukünftigen Verfahren entwickelt, herrscht Unsicherheit. Universitäten denken darüber nach, ihre eigenen Studierfähigkeitstets zu entwickeln. Dies sieht Dr. Stephan Stegt kritisch: „Es zeigt sich, dass viele Studierende bundesweit vergleichbare Tests fordern – und das halte ich für absolut richtig. Warum sollte ein Psychologieanwärter in Köln andere Zugangsfragen erhalten als eine Anwärterin in Bremen? An alle Bewerber und Bewerberinnen sollten die gleichen Anforderungen gestellt werden.“ Chaos und die Ungleichbehandlung sollen schließlich unterbunden und nicht auf neue Weise entfacht werden. Nach der Erfahrung des Psychologen Stegt wäre es sinnvoll, Verfahren zu entwickeln, die wissenschaftlich fundiert und einheitlich anwendbar sind. Schon alleine aus Kostengründen ist es schließlich effizienter, Tests bei vielen Bewerbern und nicht nur bei einer kleinen Gruppe zu verwenden. Des Weiteren sind eine hohe Prognosekraft und die Erfüllung der eignungsdiagnostischen Gütekriterien wichtige Anforderungen der Studierfähigkeitstests. Der Psychologe fürchtet, dass viele diese Rahmenbedingungen noch gar nicht im Blick haben. „Wir möchten unsere jahrzehntelangen Erfahrungen und die vielen bereits entwickelten Tests gerne zur Verfügung stellen und stehen in den Startlöchern.“ Da ITB seit fast 50 Jahren fachspezifische Eignungstests entwickelt – stehen viele tausend fundierte und wissenschaftlich geprüfte Testaufgaben für verschiedene Fachbereiche zur Verfügung.

Die ITB Consulting wurde 1972 als Institut für Test- und Begabungsforschung gegründet und entwickelt seitdem fachspezifische Studierfähigkeitstests. Zahlreiche Hochschulen nutzen ITB-Tests zur Auswahl von Studierenden. ITB ist Mitglied der International Test Commission und entwickelt Tests nach aktuellen wissenschaftlichen Standards. Alle Testentwickler verfügen über einen Hochschulabschluss in Psychologie und eine DIN 33430 Lizenzierung. Unterstützt wird ITB von einem wissenschaftlichen Beirat mit drei namhaften Professoren der Psychologie.

ITB-Website: https://www.itb-consulting.de/de/
ITB-Hochschulportal: https://itb-academic-tests.org/

Quellen:

https://www.br.de/nachricht/medizinstudium-numerus-clausus-verfassungswidrig-100.html (Online-Umfrage)

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/numerus-clausus-teilweise-verfassungswidrig-wie-reagieren-mediziner-auf-das-urteil-a-1184097.html

https://www.uni-bonn.de/studium/vor-dem-studium/bewerbung-zulassung/nc-werte-auswahlgrenzen

Neu erschienen: Agilität und Diagnostik: Personalauswahl für agile Organisationen

In einem neu erschienenen Artikel betrachten Dr. Kristine Heilmann und Dr. Alexander Zimmerhofer die Personalauswahl vor dem Hintergrund agiler Arbeitsumfelder.

Zusammenfassung

Agilität ist ein hoch aktuelles Thema, verkommt mitunter aber zum Buzzword. Klare Definitionen und die Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und Strategien von Unternehmen sind daher nötig, damit HR mit sinnvollen Maßnahmen ihren Beitrag zur Implementierung agiler Arbeitsmethoden oder der Transformation eines gesamten Unternehmens zu einer agilen Organisation leisten kann. Der Beitrag fokussiert auf die Diagnostik dieser persönlichen Voraussetzungen, die Mitarbeiter für agiles Arbeiten mitbringen bzw. entwickeln müssen, und zeigt, dass auch die bisherigen diagnostischen Ansätze geeignet sind, diese Voraussetzungen zu erfassen.

Quelle

Heilmann, K. und Zimmerhofer, A. (2018). Agilität und Diagnostik: Personalauswahl für agile Organisationen. In Prof. Dr. Anabel Ternès, Clarissa-Diana Wilke (Hrsg.) Agenda HR – Digitalisierung, Arbeit 4.0, New Leadership, Springer Verlag.

Weitere Informationen

Gesucht: Senior Consultant Human Resources (m/w)

Sie suchen nach einer Aufgabe mit Entscheidungs- und Gestaltungsspielräumen? Sie schätzen den Umgang mit internationalen Kunden aus verschiedenen Branchen? Sie möchten ein expandierendes Unternehmen mit höchsten Qualitätsansprüchen mitgestalten? Und Zeit für die Familie haben?

ITB Consulting ist anders als viele Beratungen: Wir bieten Ihnen eigenverantwortliches und ganzheitliches Arbeiten mit dem nötigen Raum zur Verwirklichung unternehmerischer Ideen und viel Flexibilität für die Berücksichtigung Ihrer beruflichen und privaten Interessen. Ihr wissenschaftliches und methodisches Know-how können Sie bei uns anwenden und vertiefen. Wir arbeiten im Team und als Team – engagiert, kollegial und familienfreundlich.

ITB Consulting ist eine renommierte, seit vielen Jahren am Markt erfolgreiche Unternehmensberatung, spezialisiert auf psychologische Eignungsdiagnostik und Personalentwicklung in Wirtschaftsunternehmen und Hochschulen. Wir beraten unsere Kunden in allen Fragen des Talent Managements und entwickeln maßgeschneiderte Verfahren zur Potenzialanalyse und Personalentwicklung, z. B. Assessment- und Development-Center, Interviews, Tests, Seminare, Coaching. Die Palette unserer Produkte reicht vom Azubi-Test bis zum Audit auf Top-Management-Ebene.

Ihre Kenntnisse und Erfahrungen:

  • ein abgeschlossenes Psychologie-Studium oder ein vergleichbares Studium mit Schwerpunkt HR
  • fließendes Englisch
  • mehrjährige Berufserfahrung, die Erfahrung in der Eignungs- und Potenzialdiagnostik einschließt.

Kontakt: Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung (inkl. Gehaltsvorstellung) an neue.stelle@itb-consulting.de. Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an Frau Anke Terörde-Wilde, Telefon: +49 228 82090-0

Gesucht: (Senior) Consultant Online-Assessments (m/w)

Sie suchen nach einer herausfordernden und abwechslungsreichen Aufgabe im Bereich der psychologischen Eignungsdiagnostik? Sie finden es reizvoll, Experte/Expertin für unsere modernen Webapplikationen zu werden und namhafte Unternehmen bei der Einführung von Online-Verfahren zur Personalauswahl (zum Beispiel Online-Azubi-Tests) und zur Personalentwicklung (zum Beispiel Online-Persönlichkeitstests) zu beraten? Sie möchten solche „digitalen“ Projekte mit vielen Schnittstellen zum Kunden, zu IT-Dienstleistern und zu Kollegen managen? Sie finden es interessant, Fragebögen und Testaufgaben zu konstruieren, Item-Analysen durchzuführen und Gütekriterien zu ermitteln, um auf dieser Grundlage innovative Online-Lösungen entwickeln zu können?
Dann sind Sie bei uns richtig!

ITB Consulting ist anders als viele Beratungen: Wir bieten Ihnen eigenverantwortliches und ganzheitliches Arbeiten mit dem nötigen Raum zur Verwirklichung unternehmerischer Ideen und viel Flexibilität für die Berücksichtigung Ihrer beruflichen und privaten Interessen. Ihr wissenschaftliches und methodisches Know-how können Sie bei uns anwenden und vertiefen. Wir arbeiten im Team und als Team – engagiert, kollegial und familienfreundlich.

ITB Consulting ist eine renommierte, seit vielen Jahren am Markt erfolgreiche Unternehmensberatung, spezialisiert auf psychologische Eignungsdiagnostik und Personalentwicklung. Wir entwickeln Verfahren zur Potenzialanalyse – sowohl für Unternehmen als auch für Hochschulen. Die Palette unserer Online-Produkte reicht von Azubi-Tests über Self-Assessments für Führungskräfte bis hin zu 360-Grad-Feedbacks.

Was suchen wir?

Wir suchen einen Consultant Online-Assessments (m/w) als Berufseinsteiger und einen Senior Consultant Online-Assessments (m/w).

Sie passen zu uns, wenn Sie…

  • ein abgeschlossenes Psychologie-Studium mit sehr gutem Master- oder Diplom-Abschluss haben,
  • fundierte Statistik-Kenntnisse erworben haben,
  • eine Affinität zu digitalen Produkten entwickelt haben,
  • sich gut bei modernen Softwarethemen auskennen,
  • sich für das Thema Recruiting und Testing interessieren,
  • gerne beraten und präsentieren,
  • Kunden und Kollegen begeistern und motivieren können,
  • ehrgeizig und zielstrebig sind,
  • verbindlich und zuverlässig sind und
  • über gute Englischkenntnisse verfügen.

Für eine Bewerbung auf die Senior-Stelle sollten Sie zusätzlich …

  • in einer HR-Abteilung eines Unternehmens oder im Bereich Consulting gearbeitet haben.
  • Wünschenswert sind ferner Berufserfahrungen im Vertrieb bzw. im Umgang mit Vertriebstechniken.

Was bieten wir?

  • Abwechslungsreiche und anspruchsvolle Aufgaben in spannenden Kundenprojekten, Zusammenarbeit mit bekannten Unternehmen oder Hochschulen
  • Gestaltungsspielraum für innovative Ideen
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Individuelle Lösungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Flache Hierarchien in einem aufgeschlossenen Team
  • Umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten

Kontakt: Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung (inkl. Gehaltsvorstellung) an neue.stelle@itb-consulting.de. Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an Frau Anke Terörde-Wilde, Telefon: +49 228 82090-0.

Mehr Frauen in Führung bringen

Gastbeitrag von Petra Kersting, Zentrum Frau in Beruf und Technik, Castrop-Rauxel

Vorbilder sind entscheidend dafür, Frauen zur Planung und Umsetzung von Karriereschritten zu ermutigen. Aber auch kulturelle Veränderungen sind erforderlich, durch die Frauen in Führung anerkannt und zahlreicher werden. Gender Diversity fördernde Maßnahmen attrahieren Frauen wie auch Männer (Göddertz, 2014). Dies müssen Unternehmen aufgreifen und nachziehen, damit sie das Potential von Nachwuchsführungsfrauen für sich gewinnen können.

Aktuell ist nur ein Viertel der Führungspositionen mit Frauen besetzt, und dieser Anteil stagniert seit vielen Jahren nahezu (IAB-Kurzbericht 24/2017 und DIW Berlin [Hrsg.]: Führungskräfte-Monitor 2017). Zumeist wird die Kompetenz von Frauen viel kritischer hinterfragt, und das auch von ihnen selbst! Häufig ist die Folge, dass sie weniger sicher auftreten und sich schlechter „verkaufen“. Für die Karriere erfolgversprechende Verhaltensweisen sind zudem in der Regel männlich konnotiert.

Das Mentoring-Programm KIM setzt darauf, gut qualifizierte und aufstiegsorientierte junge Frauen aus der privaten Wirtschaft, die bereits einen ersten Karriereschritt in ihrer beruflichen Laufbahn getan haben, individuell und unabhängig von ihren Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre weitergehenden Karriereziele zu erreichen. Dazu werden sie von erfahrenen Managerinnen als Mentorinnen, weiblichen Vorbildern, ein Jahr lang persönlich begleitet, um ihnen einen kritischen und zugleich wohlwollenden Blick von außen auf sich und die eigene Arbeitsumgebung zu ermöglichen.
Mehr unter www.kim.nrw.de