Studierendenauswahl: Wie erkennt man gute zukünftige Juristen?

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„Talent lässt sich nicht allein an der Abi-Note messen“

Davon ist die Bucerius Law School überzeugt. Deshalb gibt es für die Studienplatzvergabe keinen Numerus Clausus und es erfolgt auch keine Vorauswahl der Bewerberinnen und Bewerber nach der Abitur-Durchschnittsnote. Stattdessen werden alle Bewerberinnen und Bewerber, die die Grundvoraussetzungen für eine Zulassung erfüllen, zum Auswahlverfahren eingeladen. Das Verfahren besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.[1]

Das schriftliche Auswahlverfahren besteht aus der Abiturdurchschnittsnote und einem von der ITB Consulting entwickelten fachspezifischen Studierfähigkeitstest. Der Test prüft intellektuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für ein erfolgreiches Jurastudium wichtig sind. Dazu gehören insbesondere analytisches und logisches Denken, der Umgang mit verschiedenartigen, komplexen Informationen und sprachliche Genauigkeit. Beispielsweise müssen die Bewerberinnen und Bewerber Rechtsnormen auf konkrete Lebenssachverhalte anwenden oder einen Satz von Informationen auf seine logische Struktur hin untersuchen.

Doch ist ein solches Auswahlverfahren besser als eine Auswahl nur über die Abiturnote? Um diese Frage zu beantworten, wurde in einer Studie überprüft, wie gut das schriftliche Auswahlverfahren die spätere Studienleistung vorhersagt.[2]

Die Vorhersage der Studienleistung wird durch die Hinzunahme des Auswahltests verbessert

Für die Studie wurden die Daten von 579 Absolventinnen und Absolventen der Bucerius Law School untersucht, die am Auswahlverfahren teilgenommen und einige Jahre später ihr Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen hatten. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Test aus fünf Subtests:

  • Schlussfolgerungen
  • Diagramme und Tabellen
  • Indizien
  • Fälle und Normen
  • Oberbegriffe

Sowohl die Abiturnote als auch der Auswahltest sagen die Studienleistung gut vorher. Besonders relevant für die Bucerius Law School war, dass die Kombination von Auswahltest und Abiturnote besser den Studienerfolg vorhersagt als die Abiturnote alleine.

Fachspezifische und komplexe Subtests sagen Studienleistung besonders gut vorher

Die verschiedenen Subtests sagen die Studienleistung unterschiedlich gut vorher: Den größten Beitrag zur Vorhersage der Studienleistung haben die Subtests Indizien sowie Fälle und Normen. Interessanterweise unterscheiden sich diese beiden Subtests von den anderen drei Subtests in Bezug auf zwei Aspekte:

  • Fachbezug, d.h. die beiden Aufgaben sind inhaltlich in den fachlichen Kontext des Studienfachs gebettet. Beim Subtest Indizien zum Beispiel werden konkrete Fälle (Zeugenaussagen o.ä.) dargestellt und die Bewerber müssen prüfen, ob sich daraus bestimmte Informationen logisch ableiten lassen. 
  • Komplexität, d.h. zur Lösung der Aufgaben werden mehrere Fähigkeiten benötigt. Zur Beantwortung der Aufgaben des Subtests Indizien beispielsweise wird eine Kombination aus Abstraktionsfähigkeit, logisch-analytischem Denken und der Fähigkeit, komplexe Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren, benötigt.

Es handelt sich bei solchen Aufgabenformaten um Miniatursimulationen von Situationen, die typisch für das Studienfach sind: Die Anforderungen sind damit deutlich repräsentativer für die komplexen Anforderungen des Studiums als beispielsweise abstrakte Aufgabenformate wie sie in klassischen Intelligenztests verwendet werden. Bei den beiden Subtests Fälle und Normen sowie Indizien werden zwei besonders wichtige Aspekte des juristischen Denkens verlangt: Logisches Schlussfolgern sowie das Unterordnen eines Sachverhalts unter die Voraussetzungen einer Norm, auch als „Subsumtion“ bezeichnet.

Sicher ist ein guter Studienabschluss noch keine Garantie dafür, dass man später ein guter Jurist wird. Aber eine gute Abschlussnote ist für viele Arbeitgeber eine wichtige Voraussetzung für juristische Spitzenpositionen. Somit lässt sich die Frage, woran man einen guten späteren Juristen erkennt, vielleicht so beantworten: Wer sehr gut in der Schule ist und schon zum Zeitpunkt des Abiturs wichtige Aspekte des juristischen Denkens beherrscht wie das logische Schlussfolgern und das Subsumieren, der hat gute Chancen, später einmal ein erfolgreicher Jurist zu werden.        

Anmerkung: Im Anschluss an die durchgeführte Studie wurde der Auswahltest modifiziert: Die Subtests Oberbegriffe sowie Schlussfolgerungen wurden entfernt, stattdessen wurde als neuer Subtest Sprachstile aufgenommen.


Quellen:

[1] https://www.law-school.de/jurastudium/bewerbung/auswahlverfahren

[2] Bergholz, L. & Stegt, S. J. (2018). Validität und Fairness eines Studierfähigkeitstests für Rechtswissenschaften. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 13(4), 57-79.

Links:

Mehr Informationen zu Studierfähigkeitstests von ITB Consulting: https://itb-academic-tests.org

Fachspezifischer Studierfähigkeitstest in MINT-Fächern

Die Situation in den MINT-Studiengängen

Die MINT-Studiengänge in Deutschland weisen insgesamt sehr hohe Studienabbruchsquoten auf. Nach der Studie vom DZHW (Heublein et al. 2017) bricht in etwa jeder dritte Studienanfänger eines MINT-Faches sein Studium ab. Nach der „acatech-Studie“ (Klöpping et al. 2017) ist es mindestens jeder Vierte, der ein Studium der Ingenieurwissenschaften oder der Informatik abbricht. Als Grund werden nach Heublein und Kollegen (2017) am häufigsten Leistungsprobleme genannt. Dies passt auch zu Angaben von Professoren aus den MINT-Fächern, die über die mangelnde Studieneignung ihrer Studierenden klagen. So sollen den Studierenden in ingenieurwissenschaftlichen Fächern zum Beispiel Schulkenntnisse der Mittelstufen-Mathematik fehlen.

Verschärft wird das Problem der mangelnden Studieneignung dadurch, dass Hochschulen und Fachbereiche Mittel nach Studienanfängern und nicht nach Absolventen erhalten. Viele MINT-Fachbereiche geraten so in die Situation, immer mehr Studierende aufnehmen zu müssen, obwohl – wie an den hohen Abbruchquoten zu sehen ist – eigentlich der Wunsch nach einer Selektion der geeigneten Studierenden besteht. Dies führt dann zum „Rausprüfen“ von Studierenden, die nach den Anfangssemestern die erste Hürde von Klausuren nicht überwinden können.

Der BT-MINT

Das Entwickeln fachspezifischer Studierfähigkeitstests hat im ITB nicht nur in der Medizin und den Wirtschaftswissenschaften  eine lange Tradition. In den Jahren von 1979 bis 2002 wurden auf Basis einer Vielzahl von Anforderungsanalysen ein Test für den Studiengang Pharmazie, Studienfeldbezogene Beratungstests für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften sowie ein Eignungstest für die Informatik entwickelt und umfassend evaluiert. Auch heute sind im MINT-Bereich die zwei Fachmodule „Ingenieurwissenschaften“ und „Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften“ des TestAS (Test für Ausländische Studierende) und die MINT-Fachmodule der Reihungstests österreichischer Hochschulen im Einsatz. Auf Grundlage der Anforderungsanalysen und der Erfahrungen mit zahlreichen Aufgabengruppen im MINT-Bereich hat ITB nun den BT-MINT entwickelt.

Der BT-MINT (Studierfähigkeitstest für Bachelorstudiengänge in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) enthält ein Kenntnismodul und drei Fähigkeitsmodule, die wichtige Kompetenzbereiche für ein erfolgreiches MINT-Studium erfassen:

  • „Mathematische Kenntnisse“(das Kenntnismodul): Es werden mathematische Schulkenntnisse aus der Mittel- und Oberstufe abgefragt.
  • „Formalisieren Naturwissenschaftlicher Sachverhalte“:  Es werden der Umgang mit Formeln und die Anwendung mathematischer Grundkenntnisse bei der Lösung technischer und naturwissenschaftlicher Fragestellungen geprüft.
  • „Verstehen Abstrakter Regelsysteme“: Hier werden das schrittweise Problemlösen und der Umgang mit abstrakten Repräsentationen erfasst.
  • „Interpretieren Naturwissenschaftlicher Abbildungen“: In diesem Modul wird das logische Schlussfolgern auf Basis naturwissenschaftlichen Grundverständnisses und die Fähigkeit zur Integration von Informationen aus unterschiedlichen Quellen (Diagramme, Tabellen, Schaubilder und Texte zu naturwissenschaftlichen Themen) geprüft.

Der BT-MINT soll wie der TM-WISO (Test für Masterstudiengänge in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) oder der BT-WISO (Studierfähigkeitstest für Bachelorstudiengänge in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) unter Aufsicht online, an festen Testtagen im Jahr, deutschlandweit in Testzentren abgelegt werden können und das Ergebnis zur Bewerbung an vielen Hochschulen verwendbar sein.

Nähere Informationen zum Test gibt es unter: www.bt-mint.de

Wie kann der BT-MINT in der konkreten Situation der MINT-Studiengänge helfen?

MINT-Studiengänge, die mehr Studienbewerber als Plätze haben und die bisher anhand der Abiturnote selektiert haben, können die Prognosekraft ihres Auswahlverfahrens durch die zusätzliche Verwendung des BT-MINT erhöhen und so die Zahl von gut geeigneten MINT-Studierenden erhöhen. Außerdem wird dadurch geeigneten Studierenden, die aufgrund ihrer Abiturnote keinen Studienplatz bekommen hätten, eine Studienmöglichkeit gegeben.

Ein Großteil der MINT-Studiengänge ist derzeit nicht in der Situation, Studierende auswählen zu können. Durch die Erfassung der fachspezifischen Studieneignung mit BT-MINT kann Studieninteressierten aber zumindest eine umfassende Rückmeldung zu ihren fachspezifischen Kompetenzen gegeben werden. Dadurch können sie bei guter Leistung motiviert werden, ein bestimmtes MINT-Fach zu studieren. Bei mittelmäßigen Testleistungen können sie dazu bewegt (bzw. verpflichtet) werden, studienbegleitende Unterstützungsmaßnahmen (wie zum Beispiel Vorkurse in Mathematik) in Anspruch zu nehmen. Bei schlechten Testleistungen könnte es zu einer Reorientierung zu einem besser passenden Studiengang kommen. Durch eine Erfassung der fachspezifischen Studierfähigkeit mit BT-MINT kann zudem das Problem der bei einigen Studienanfängern fehlenden Eignung auch für die Politik gut sichtbar gemacht werden.

Weitere Tests und Produkte der ITB Consulting GmbH finden Sie hier!

Wie überprüfen Hochschulen die Studieneignung von Bewerber/innen?

Mangelnde Vergleichbarkeit von Noten und hohe Abbrecherquoten

Aufgrund der mangelnden Vergleichbarkeit von Abitur- und Bachelornoten stehen Hochschulen in Deutschland zunehmend vor der Herausforderung, die geeignetsten Bewerber/innen für ihre Studiengänge zu identifizieren. Auch Stipendienorganisationen stehen vor dieser Herausforderung bei der Beurteilung ihrer Stipendienbewerber/innen. Viele Studiengänge, z. B. Ingenieurwissenschaften, verzeichnen darüber hinaus eine hohe Abbrecherquote.

Fachspezifische Studierfähigkeitstests als ökonomische Lösung

Fachspezifische Studierfähigkeitstests ermöglichen eine Vorhersage des Studienerfolgs. Sie helfen, geeignete Bewerber/innen zu identifizieren und Abbrecherquoten zu senken. Sie können zu Auswahlzwecken verwendet werden oder im Rahmen von Self-Assessments, mit denen Studieninteressierte frühzeitig die Anforderungen ihres Wunsch-Studiums kennenlernen.

Bundesverfassungsgericht stärkt die Bedeutung von Tests

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19.12.2017 zur Vergabe knapper Studienplätze stärkt die Bedeutung von Studierfähigkeitstests: In den Leitsätzen des Urteils werden eine Orientierung am Kriterium der Eignung und die Verwendung weiterer Auswahlkriterien, die strukturiert und standardisiert sein sollen, neben den Noten der Hochschulzugangsberechtigung gefordert. Die fachspezifischen Studierfähigkeitstests von ITB erfüllen diese Forderungen in besonderem Maße.

Das neue Portal itb-academic-tests.org bietet einen umfassenden Überblick über Studierfähigkeitstests der ITB Consulting zu allen Studienrichtungen.

Vorteile der Studierfähigkeitstests von ITB

  • Gute Erfolgsprognose – die Tests sagen den Studienerfolg gut vorher
  • Geringe Trainierbarkeit – der Erfolg im Test ist unabhängig davon, wie viel Geld und Zeit in die Vorbereitung investiert werden
  • Hohe Rechtssicherheit – die Testverfahren erfüllen die aktuellen gesetzlichen Anforderungen der Bundesländer und die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts
  • Hoher Anforderungsbezug – die fachspezifischen Tests sind inhaltlich in das jeweilige Studienfeld eingebettet

ITB bietet Testverfahren nach dem Full-Service-Modell an, bei dem kein Aufwand für die Hochschulen anfällt. Außerdem bietet ITB alle Dienstleistungen rund um die Durchführung von Tests an – von Druck, Logistik und Auswertungen bei Paper/Pencil-Verfahren über die komplette Online-Durchführung unter Aufsicht in den ITB-Testzentren bis hin zu wissenschaftlicher Begleitforschung und Evaluation.

ITB entwickelt Eignungstests nach psychologischen Standards

ITB ist Mitglied in der International Test Commission (ITC) und entwickelt Tests nach aktuellen wissenschaftlichen Standards, u.a. nach der DIN 33430. Alle Testentwickler von ITB verfügen über einen Hochschulabschluss in Psychologie (Diplom oder Master), langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Evaluierung von Tests und eine Lizenzierung nach der DIN 33430. Die Testkonzepte und -aufgaben werden kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. Unterstützt wird ITB von einem wissenschaftlichen Beirat mit drei namhaften Professoren der Psychologie: Professor Francis Preckel (Trier), Professor André Beauducel (Bonn) und Professor Martin Kersting (Gießen).

 

Kontakt: Dr. Stephan Stegt, stephan.stegt@itb-consulting.de

Auswahl von Geflüchteten für die Studienstiftung des deutschen Volkes

Die Studienstiftung des deutschen Volkes fördert Studierende, deren Begabung und Persönlichkeit besondere Leistungen erwarten lassen. Seit 2010 haben begabte Studierende neben einem Vorschlagssystem die Möglichkeit, sich mit der Teilnahme an einem Auswahltest selbst für ein Stipendium zu bewerben. Dieser Auswahltest wird von der ITB Consulting entwickelt und durchgeführt. Auch in diesem Jahr nahmen im März wieder mehr als 1 000 Studierende diese Chance wahr.

Diese Selbstbewerbung mit Auswahltest stellt für Studierende mit Fluchthintergrund eine besondere Schwierigkeit dar, da diese in der Regel deutlich geringere Kenntnisse der deutschen Sprache haben als die bisherigen Bewerberinnen und Bewerber, deren Erstsprache meist Deutsch ist.

Neuer Zugangsweg für Geflüchtete

Seit diesem Jahr bietet die Studienstiftung des deutschen Volkes begabten Studierenden mit Fluchthintergrund daher einen neuen Zugangsweg an: Studierende, die sich mit sehr guten Leistungen im von ITB entwickelten TestAS für Flüchtlinge oder im INTEGRA-Programm des DAAD ausgezeichnet haben, werden zu einem Auswahlseminar eingeladen. Im Rahmen dieses Auswahlseminars bearbeiten sie eine modifizierte Version des Auswahltests. Die modifizierte Version wird ebenfalls von der ITB Consulting entwickelt und beinhaltet eine verlängerte Version der sprachfreien Aufgabengruppe „Erschließen von Regeln“ des Auswahltests. Dadurch wird ein Vergleich der kognitiven Fähigkeiten der Bewerber mit Fluchthintergrund mit den Bewerbern möglich, die regulär am Auswahltest teilgenommen haben.

Die Erfahrungen mit den ersten Auswahlseminaren im April und Mai haben gezeigt, dass der Auswahltest gut geeignet ist, um die kognitiven Fähigkeiten der Bewerber mit Fluchthintergrund zu messen.

Selbstbewerbung mit Auswahltest

Der Auswahltest besteht aus fünf verschiedenen Aufgabengruppen und prüft numerische, verbale und figurale Fähigkeiten, die für ein erfolgreiches Studium wichtig sind. Teilnehmen können Studierende im ersten Studienjahr. Die Testbesten werden von der Studienstiftung jeweils zu einem Auswahlseminar eingeladen. Jährlich nehmen jeweils gut 1 000 Bewerber am Auswahltest teil. Durchgeführt wird der Test als Online-Test im deutschlandweiten Testzentrennetz der ITB Consulting.

TestAS für Flüchtlinge

Der Test für ausländische Studierende (TestAS)* wird von der ITB Consulting GmbH in Kooperation mit dem TestDaF-Institut entwickelt. Er bietet ausländischen Bewerber/innen (Bildungsausländern) für einen Studienplatz in Deutschland die Möglichkeiten, mit dem Testergebnis die Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen und die Eignung zu überprüfen.

Seit 2016 gibt es den TestAS für Flüchtlinge, der bundesweit auf Deutsch, Englisch oder Arabisch abgelegt werden kann. Alle anerkannten Flüchtlinge können kostenlos am TestAS teilnehmen.

Links

* Der TestAS ist ein Angebot der Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung e. V. (g.a.s.t.). Der TestAS wird entwickelt von der ITB Consulting GmbH, Bonn. Die weltweite Organisation des TestAS liegt beim TestDaF-Institut, Bochum. Der TestAS wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

PRESSEMITTEILUNG

Zulassung zum Medizinstudium ist nicht in allen Teilen verfassungskonform – „Test für Medizinische Studiengänge“ als zeitgemäße und rechtssichere Form der Studierendenauswahl bestätigt

Positive Erfahrungen von 23 medizinischen Fakultäten sprechen für den Nutzen standardisierter Auswahlverfahren, wie den Test für Medizinische Studiengänge (TMS) im Studienfach Medizin. Dennoch setzen einige medizinische Fakultäten in Deutschland bei der Auswahl ihrer Studierenden einseitig auf die Abiturnote oder auf wenig standardisierte Verfahren. Dieses Vorgehen ist nach dem aktuellen Urteil des BVG nicht verfassungsgemäß.

Seit dem Jahr 2005 können Hochschulen 60 Prozent ihrer Studienplätze im Rahmen des sogenannten „Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)“ nach weitgehend selbstgewählten Regeln vergeben. Häufig nutzen die Hochschulen ihre Freiheitsgrade aber nicht und greifen zumeist auf die Abiturnote als Auswahlkriterium zurück. Am 19. Dezember 2017 hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entsprechend festgestellt, dass „für einen hinreichenden Teil der Studienplätze neben der Abiturdurchschnittsnote keine weiteren Auswahlkriterien mit erheblichem Gewicht Berücksichtigung finden.“

Nach aktuellen Studien ist die Abiturnote zwar ein gutes Kriterium für die Vorhersage des späteren Studienerfolgs, sie muss aber um weitere strukturierte und standardisierte Auswahlverfahren ergänzt werden. Gerade auch, weil die Abiturnote – so formuliert das Bundesverfassungsgericht – „eine eingeschränkte länderübergreifende Vergleichbarkeit“ bietet, also eine bestimmte Abiturnote in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich leicht erreicht werden kann.

Standardisierte Studierfähigkeitstests, wie der Test für Medizinische Studiengänge (TMS), ermöglichen in Kombination u. a. mit der Abiturnote und ggf. weiteren Kriterien eine bessere Prognose des späteren Studienerfolgs und zudem eine rechtssichere Regelung des Hochschulzugangs.

Der TMS ist ein fachspezifischer, nach wissenschaftlichen Prinzipien entwickelter  Studierfähigkeitstest, der streng standardisiert in ganz Deutschland durchgeführt wird. Derzeit nutzen 23 medizinische Fakultäten die Ergebnisse des TMS für ihre Zulassung, u. a. die Medizinische Fakultät Heidelberg. „Der TMS ist für die Hochschulen eine effiziente Möglichkeit, unabhängig von der Abiturnote besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler zu finden,“ so Dr. Alexander Zimmerhofer, Gesellschafter der ITB Consulting und Experte für Testverfahren. Entwickelt wird der Test seit den 1970er Jahren von der ITB Consulting, einem Bonner Beratungshaus, das aus der Studienstiftung des Deutschen Volkes hervorgegangen ist. Auch für die Studierendenauswahl in anderen Studiengängen sind standardisierte Studierfähigkeitstests verfügbar, so zum Beispiel in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die am TMS beteiligten Hochschulen beauftragen die zentrale TMS-Koordinationsstelle, die an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelt ist, mit der Organisation und Koordination des TMS.

An der Universität Heidelberg gibt es seit 2009 eine beträchtliche Anzahl von Studentinnen und Studenten mit Abiturnoten zwischen 1,6 und 2,3. Mit dem Erfolg im TMS haben sie – ohne Wartezeit – einen Studienplatz an der Ruperto Carola erhalten. Die Lernleistungen der Medizinstudierenden in Heidelberg, die seit der Einführung dieses kompensatorischen Auswahlverfahrens im Jahr 2009 mit durchschnittlichen oder knapp überdurchschnittlichen Abiturnoten zugelassen wurden, sind fast so gut wie die der 1,0er-Abiturienten und deutlich besser als die der über Wartezeit mit einer vergleichbaren Abiturnote Zugelassenen. „Auch auf die Studienkontinuität hat sich die veränderte Zulassung günstig ausgewirkt. Der Anteil der Studentinnen und Studenten, die das Studium verlängern oder gar abbrechen, konnte im Vergleich mit den Vorjahren und auch im Vergleich mit den durch die Stiftung für Hochschulzulassung zugelassenen Studierenden der Abiturbesten- und Wartezeitquote deutlich gesenkt werden“, so Professor Dr. Martina Kadmon, Leiterin der TMS-Koordinationsstelle.

Weitere Links:

Der Entwickler des Medizinertests, die ITB Consulting, wurde vor über 40 Jahren als Institut für Test- und Begabungsforschung gegründet. ITB blickt auf eine lange Expertise in der Entwicklung von verschiedensten Tests zur Erfassung von Begabungen, Fähigkeiten und Potenzialen zurück. Hochschulen aus dem In- und Ausland nutzen seit Jahrzehnten ITB-Tests zur Auswahl von neuen Studierenden oder zur Studienberatung von Schülerinnen und Schülern. 

Kontakt: ITB Consulting, Koblenzer Str. 77, 53177 Bonn (Deutschland), www.itb-consulting.de, Dr. Alexander Zimmerhofer, Telefon +49 228 82090-0, alexander.zimmerhofer@itb-consulting.de

Unis und Unternehmen äußern Kritik am Abitur

Die Gründe mögen vielfältig sein (G8, steigender Abiturienten-Anteil, Noteninflation, …), aber darin, dass viele Abiturienten nicht (mehr) die erforderlichen Basiskompetenzen mitbringen, sind sich laut einem Bericht des Kölner-Stadt-Anzeigers Universitäten und Wirtschaftsunternehmen einig. So wird der Prorektor der Universität Köln zitiert, der mangelndes Sprach-, Text- und mathematisches Grundverständnis bei den Studienanfängerinnen und -anfängern beklagt. Studierfähigkeitstests wie z.B. der BT-WISO für wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studiengänge bilden diese relevanten Anforderungen an Studienanfängerinnen und -anfänger ab und können somit einen Beitrag zu einer fairen, objektiven und inhaltlich nachvollziehbaren Vergabe  von Studienplätzen liefern.

 

 

Welche Kompetenzen brauchen Studierende wirklich? Self-Assessment hilft

Immer mehr Studiengänge werden neu konzipiert, andere nur einfach umbenannt. Das Dickicht unterschiedlicher Studiengänge, unterschiedlicher Hochschulen, unterschiedlicher Hochschultypen wird dadurch immer dichter. Wer blickt da schon noch durch? Immer mehr Nischenfächer entstehen – das, was vor Jahren einfach nur “Betriebswirtschaftslehre (Diplom)” hieß, teilt sich nun in zig unterschiedlichen Fächern auf – abhängig von der gewählten Hochschule.

Self-Assessment als Unterstützung im Dickicht

Immer mehr Hochschulen bieten zur Orientierung ein webbasiertes Self-Assessment an, also ein Orientierungsverfahren, das – nach der Teilnahme an kurzen Neigungstests und/oder Fähigkeitstests – automatisiert Studientipps gibt. Die ITB beschäftigt sich seit den 1970er Jahren mit solchen Verfahren, damals auf Papier, heute im Internet.

Wie wird ein Self-Assessment entwickelt? Grundlegende Überlegungen beschäftigen sich damit, welche Kompetenzen Studieninteressierte wirklich mitbringen müssen. Und mit der zentralen Frage: Gibt es überhaupt große Unterschiede in den notwendigen Kompetenzen? Muss man für BWL etwas anderes mitbringen als für VWL?

Das CHE hat in einer Studie Professorinnen und Professoren um eine Einschätzung gebeten, was Studieninteressierte aus ihrer (subjektiven) Sicht für ein Studium in bestimmten Studienfächern mitbringen sollten.

Die Grundlage vom Self-Assessment I: Die erfolgskritischen Kompetenzen für alle Studiengänge

In der Studie wurden folgende Kompetenzen als übergreifend wichtig eingestuft:

  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen,
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und diszipliniertes Lernen und Arbeiten /
    Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium sowie
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft.

Alles keine großen Überraschungen: Intelligenz, Arbeitsdisziplin / Gewissenhaftigkeit und Lernmotivation werden schon seit Jahrzehnten in den allermeisten guten Self-Assessments erfasst.

Die Grundlage vom Self-Assessment II: Die erfolgskritischen Kompetenzen in den einzelnen Studiengängen

Fachspezifische Anforderungen wurden in der Studie auch herausgearbeitet: Ein Ergebnis hat sich so weit herumgesprochen, dass SPIEGEL Online bereits titelte (siehe auch http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/jura-bwl-medizin-das-muessen-studenten-koennen-a-1107404.html): “Sozialkompetenz? Für BWLer nicht so wichtig” – zumindest nicht an Universitäten. So das Ergebnis der CHE-Umfrage. Aber stimmt das wirklich? Kann man für alle Uni-BWL-Studiengänge übergreifend feststellen, dass Sozialkompetenz nicht so wichtig ist? Wir glauben es kaum. Auch das wird wahrscheinlich wieder abhängig vom Studiengang und vom Studienfach sein – denn das eine “BWL” gibt es eben nicht mehr.

Und nun? Die Studie kann die Grundlage von einem allgemeinen, groben Self-Assessment sein; ein spezifisches Self-Assessment einer Hochschule wird leider immer noch weiter benötigt. Denn nur diese können auf die feineren und doch so wichtigen Unterschiede eingehen. Und so gibt es dann eben neben einem Dickicht “Studiengänge” auch ein Dickicht “Self-Assessment”. Leider…

Das gesamte Dokument können Sie hier abrufen: http://www.che.de/downloads/CHE_AP_194_Anforderungsprofile_Studienfaecher.pdf

Studierfähigkeitstest in neuem Gewand: BT-WISO goes online

Am 14. November vergangenen Jahres wurde der BT-WISO (Studierfähigkeitstest für Bachelorstudiengänge in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) erstmals als Online-Test durchgeführt. Bereits seit dem Jahr 2000 nutzen Hochschulen dieses bewährte Verfahren bei der Vergabe ihrer Studienplätze. Die meisten Studiengänge verfahren dabei nach dem Bonus-Modell: Die Bewerberinnen und Bewerber können mit einem guten Testergebnis ihre Zulassungschance verbessern. Damit können unterschiedliche Maßstäbe, die bei der Vergabe von Schulnoten angelegt werden, zum Teil kompensiert werden.

Die Hochschulen begrüßen das „Full-Service-Modell“, nach dem der BT-WISO nun angeboten wird: Von der Registrierung über die Anmeldung bis zur Durchführung in Testzentren und zum Abruf der Ergebnisberichte übernimmt die ITB Consulting die gesamte Administration des Verfahrens. Dabei steht es den Hochschulen nach wie vor frei, Bewerberinnen und Bewerber einzuladen und sich ihnen als potenzielle künftige Alma Mater vorzustellen: So hat sich zum Beispiel die Hochschule Pforzheim als Testzentrum für die Durchführung des BT-WISO zur Verfügung gestellt und nutzt so die Gelegenheit, mit einer Vielzahl von Studieninteressierten in persönlichen Kontakt zu treten.

Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die nächsten BT-WISO-Durchführungen: Am 10. Februar beginnt die Anmeldefrist für die diesjährigen Termine (23.4., 18.6., 29.10.). Näheres zum BT-WISO ist hier zu erfahren: www.bt-wiso.de.

 

Noteninflation – mit Fähigkeitstests zum Studium

Ist es nicht schön, wenn die Schulnoten immer besser werden? Nein, eigentlich nicht. Denn alles deutet darauf hin, dass es nur die Noten sind, die besser werden, nicht aber die Leistungen. Und diese “Noteninflation” hat durchaus spürbar negative Konsequenzen z.B. bei der Vergabe von Studienplätzen. Hier kommt es – vor allem bei besonders stark nachgefragten Studiengängen – zu Verwerfungen. Helfen können spezifische Studierfähigkeitstests wie der TMS, der BT-WISO und der TM-WISO, die bundesweit angeboten und von den Hochschulen als wertvolles zusätzliches Element in den jeweiligen Auswahlverfahren genutzt werden. Lesen Sie den vollständigen Beitrag im Blog der Huffington Post oder auf der Website von Rechtsanwalt Sion (\Studium\Verteilung von Studienplätzen).

Wichtigster Hochschuleingangstest Deutschlands

Am vergangen Samstag hat der wichtigste Studierfähigkeitstest Deutschlands stattgefunden: Knapp 15 000 Studieninteressierte waren für die Teilnahme am “Test für medizinische Studiengänge” angemeldet, etwa 11 000 sind an den mehr als 50 Abnahmestellen erschienen.

Gut 2 Millionen Seiten Papier wurden bedruckt, 6 Tonnen Papier ist bewegt worden. Fast 800 Aufsichtspersonen und Testleiter haben den Ablauf am Testtag koordiniert. In den nächsten Tagen werden 80 000 Papierscans durchgeführt.

Die ITB Consulting entwickelt seit den 1970er Jahren diesen Test, der derzeit an 20 Hochschulen in Deutschland die Zulassung zum Medizinstudium regelt. Somit ist er der wichtigste Hochschuleingangstest Deutschlands. Die ITB Consulting kooperiert für diesen Test eng mit der Koordinierungsstelle an der Medizinischen Fakultät Heidelberg.

Mehr Informationen über unsere Studierfähigkeitstests finden Sie hier:
http://www.itb-consulting.de/de/hochschulvertreter/studierfaehigkeitstests/

Mehr Informationen über den TMS finden Sie hier:
http://www.itb-consulting.de/de/hochschulvertreter/tests-und-projekte/tms-test-fuer-medizinische-studiengaenge/