Testvorbereitung ist das A und O

Das Phänomen “test wiseness” wird seit über 50 Jahren von Psychologen beforscht. Es geht darum, wie Test-Teilnehmer ihre Chancen durch gezielte Testvorbereitung erhöhen können.

Der sich wiederholende Befund: Die gründliche Auseinandersetzung mit den Anforderungen eines Leistungstests und der Erwerb bestimmter Strategien können das Testergebnis verbessern.

Bei einem guten Test stellt “test wiseness” allerdings keine Bedrohung für die Aussagekraft des Tests dar. Das Gegenteil kann der Fall sein: Bei einem Test, der Fähigkeiten – also das Ergebnis langfristiger Entwicklung, welches sich nicht kurzfristig beeinflussen lässt – anstelle von Kenntnissen prüft und bei dem alle Teilnehmer Zugang zu geeignetem Vorbereitungsmaterial haben, werden sogar Einflüsse, die die “wahren Fähigkeiten” der Teilnehmer überdecken könnten, reduziert. In der Testsituation können die Teilnehmer sich also voll auf die Aufgaben konzentrieren, weil sie

  • sich im Vorhinein mit den Aufgabenformaten und den Bearbeitungsregeln vertraut gemacht haben,
  • sich die Zeit sinnvoll einteilen,
  • weniger ängstlich sind.

ITB stellt den Teilnehmern daher umfassendes Informationsmaterial zur Verfügung, z.B. für den Test für medizinische Studiengänge (TMS; siehe http://www.medizinertest-vorbereitung.de), und empfiehlt die gründliche Testvorbereitung ausdrücklich. Studien zeigen jedoch, dass bei der Verbesserung der Leistung durch Testvorbereitung bald ein Sättigungseffekt einsetzt (EMS Vorbereitungsreport 2005). “Je mehr, desto besser” gilt nicht.

1 thought on “Testvorbereitung ist das A und O

  1. Eigentlich ist das kontraintuitiv: Bei der Fahrschulprüfung lohnt es, sich gut vorzubereiten. Beim Abitur auch … Wenn ich vor dem Prüfungstag häufig englische Vokabeln gelernt habe, weiß ich die auch in Drucksituationen (also in einer Prüfung) besser. Ich werde also mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gute Note erzielen. Bei diesen Prüfungen geht es um Wissen: Ich weiß eine bestimmte Übersetzung eines Fremdwortes, vielleicht die richtige Deklination eines lateinischen Wortes. Kurzum: Je wichtiger Wissen für die Erbringung einer Leistung ist, desto mehr bringt eine lange Vorbereitung.

    Und bei den Studierfähigkeitstests? Wissen ist da nicht so erfolgskritisch. Nötiges Wissen wird sogar vorgegeben. Beim Medizinertest werden zum Beispiel Fremdwörter erklärt. Es ist also unproblematisch, wenn man nicht weiß, was ein Enzym im Körper macht. Das was dann wirklich erfolgskritisch ist, lässt sich nicht mehr in einem Wochenkurs lernen … Somit ist auch Testvorbereitung weniger wichtig. Auch wenn Testtrainer da bisweilen etwas anderes behaupten.

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